Studie: Kaum Handel mit Roten Pandas in China

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Nicht käuflich: der Rote Panda. Foto: biancamentil / Pixabay

Bei der neuen Studie „Red Panda Market Research Findings In China“ der Artenschutzorganisation TRAFFIC wurde der Handel mit Roten Pandas sowie mit Fellen der Tiere in China unter die Lupe genommen. Sie zeigt eine relativ gering ausgeprägte Nachfrage – ruft allerdings dazu auf, ähnlich Studien auch in Nepal, Indien, Bhutan und Myanmar durchzuführen.

Rote Pandas sind in China geschützt. Sie dürfen weder bejagt noch gehandelt werden.

Im April und Mai 2017 wurden 65 Geschäfte in den chinesischen Regionen Sichuan, Yunnan sowie in Tibet untersucht. Des Weiteren analysierte das Forschungsteam 36 chinesische Onlineshops und interviewte 82 Personen aus der Bevölkerung.

Nur zwei Händler hatten einschlägige Produkte

In einem Shop in der Stadt Lijiang, Provinz Yunnan, entdeckten die Forscher Rote-Panda-Pelzhüte. Diese konnten für Fotos anprobiert werden und standen dort auch zum Verkauf. Laut Angaben des Geschäftsinhabers wurden diese Hüte vor ca. 30-40 Jahren erworben, also noch vor Einführung der strengeren gesetzlichen Schutzmaßnahmen.

Bei den Onlineshops gab es zwei ältere Hinweise auf den Handel mit Roten Panda Produkten. Über der Chatdienst WeChat erhielt TRAFFIC allerdings das Foto von einem Pelzmantel aus mehreren Pandafellen. Laut dem Verkäufer stammt das Material für den Mantel aus der Provinz Yunnan und wurde dort 1998 gekauft.

Pandafelle „nicht mehr in Mode“

Bei den Befragungen zeigte sich, dass die meisten Händler Rote Pandas und/oder entsprechende Produkte noch nie gesehen haben bzw. das Tier kaum kannten. Bei den 82 Einheimischen kannten immerhin 50 die Roten Pandas.

Die Pandafelle wurden früher vor allem für traditionelle Hochzeitsbekleidungen verwendet. Drei Befragte sprachen davon, dass derartige Produkte „nicht mehr in Mode seien“, da viele junge Leute Bekleidung aus Tierfellen ablehnen.

Schmuggel immer noch eine Gefahr

Relativ hoch sind die Zahlen beim Schmuggel von Roten Pandas. Zwischen 2005 und 2017 gab es in Sichuan, Yunnan, Shaanxi, Jiangsu und Liaoning 13 Beschlagnahmungen. Dabei wurden 35 lebende und 7 tote Kleine Pandas konfisziert. Aufgrund der unvollständigen Aufzeichnungen dürfte die Dunkelziffer jedoch noch viel höher liegen.

Ausbau der Studie gewünscht

Die Studie wurde vom WWF Deutschland und dem Verband der Zoologischen Gärten VdZ unterstützt. TRAFFIC hofft, dass auch andere Länder mit einer Population von Roten Pandas – also Nepal, Indien, Bhutan und Myanmar – ähnliche Studien durchführen.


Mehr zum Thema

Auf der Webseite von TRAFFIC (auf Englisch)

PDF-Download der Studie „Red Panda Market Research Findings In China“ (auf Englisch)

Und wir können nicht oft genug darauf hinweisen:

Warum Rote Pandas keine Haustiere sind