Großstudie zu Roten Pandas in Nepal veröffentlicht

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Ein Roter Panda in freier Wildbahn. Foto: Red Panda Network/Sonam Tashi Lama

Die Roten Pandas der mehr als 32.000 km2 umfassenden Chitwan-Annapurna Region (“Chitwan-Annapurna Landscape”, kurz CHAL) in Zentral-Nepal stehen im Mittelpunkt einer neuen, großangelegten Studie eines Forscherteams des Red Panda Network.

Größte Studie ihrer Art

Die Studie gibt interessante Einblicke in die Verbreitung und den Lebensraum der bislang “spärlich erforschten” Tiere und ist laut Auskunft der Autoren die einzige Studie in Nepal “die in einem derart großen Gebiet mittels umfangreicher Feldstudien empirische Daten sowie anekdotenhafte Informationen zu den Rote Pandas gesammelt hat.” (1)

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Versteckt und selten zu sehen: der Rote Panda. Foto: Red Panda Network/Sonam Tashi Lama

Im März/April sowie September/Oktober 2015 konnten die Forscher 132 “indirekte Beobachtungen” (etwa den Kot der Roten Pandas) und drei direkte Beobachtungen der äußerst scheuen Tiere aufzeichnen. Die einheimische Bevölkerung lieferte zusätzliche Informationen.

Schutzmaßnahmen sind überfallig

Leider sind die Ergebnisse alarmierend: Aufgrund der Fragmentierung sowie des Verlustes von Lebensraum – etwa durch unkontrolliertes Weiden durch Rinderherden, aber auch durch Waldbrände (und vielen anderen Bedrohungen), sehen die Forscher einen “dringenden Bedarf an Schutzmaßnahmen, um diese Szenarien wieder rückgängig zu machen.” (1)

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Lebensraum der Roten Pandas, der von einem Waldbrand und massiver Abweidung durch die Rinderzucht zerstört wurde. Foto: Red Panda Network/Sonam Tashi Lama

Das Forscherteam rät zum Anlegen von Korridoren, mit denen kleinere, isolierte Habitate zusammengeführt werden können. Außerdem soll besonderes Augenmerk auf den Schutz der Bambusbestände gelegt werden, die als Nahrungsmittel für die Roten Pandas essentiell sind. Dabei schlagen die Experten vor, dass zumindest “zwei unterschiedliche Bambusarten innerhalb des Lebensraums des Roten Pandas geschützt werden sollten”. Eine der Bambussorten könnte dann immer die andere “während der Blütezeit” kompensieren, da dieser Zyklus je nach Art unterschiedlich ist. (1)

Einige Höhepunkte aus der Studie
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Das Chitwan-Annapurna-Gebiet in Zentral-Nepal. Foto: CC BY 4.0 Credits/Quellenangabe

Die dunkelgrünen Flächen sind der 1.904 km2 große potenzielle Lebensraum. Als potenziell gilt dieser für Rote Pandas, wenn er in einer Höhe von 2.200 m und 4.000 m liegt und bewaldet ist. Fast 41% des potenziellen Lebensraums ist Teil der unter Naturschutz stehenden Gebiete in CHAL (hellgrün markiert auf der Karte).

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Diese Karte zeigt den potenziellen Lebensraum der Roten Pandas gestaffelt nach ihrer Eignung. Foto: CC BY 4.0 Credits/Quellenangabe

Aber nur 316 km2 (ca. 17%) des potenziellen Lebensraums sind sehr geeignet für die Roten Pandas. Und bescheidene 218 km2 (7%) werden tatsächlich von Roten Pandas bewohnt – vor allem in den Rändern im Osten und Westen.

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Langtang National Park im Nordosten von CHAL ist ebenso Lebensraum der Roten Pandas. Im Bild: der Blick von Thulo Syabru in das Langtang Tal. Foto: Christian Hüpfer @flickr CC BY-SA 2.0

Spuren von Roten Pandas wurden in Höhen von 2.876 m bis 3.806 m entdeckt, jedoch bevorzugen die Kleinen Pandas laut der Studie Höhenlagen von 3.251 bis 3.500 m.

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Rote Pandas haben gerne Wasser in ihrer Nähe. Das gilt für Zoos – wie hier im Bild der Chester Zoo – genauso, wie für die freie Wildbahn. Foto: „Red Panda“ von Chester Zoo @flickr, CC BY-ND 2.0

Fast Dreiviertel der Roten Pandas leben maximal 100 m von einer Wasserstelle entfernt. Weiter als 300 m vom Wasser entfernt wurden überhaupt keine Spuren von Roten Pandas gefunden!

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Der Baum, dem die Kleinen Pandas vertrauen: die Himalaya-Birke. Foto: von Dinesh Valke, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Im Bild zu sehen ist die beliebteste Baumart für Rote Pandas: die Himalaya-Birke, eine von 25 Baumarten (wie auch der Rhododendron und die Pindrow-Tanne), die von ihnen bevorzugt werden. Die Forscher haben übrigens 165 Baumarten gezählt.

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So sieht der ideale Lebensraum für Rote Pandas aus – inklusive Bambusdickicht. Foto: Red Panda Network/Sonam Tashi Lama

Und diese Erkenntnis kommt jetzt wenig überraschend: „Bambus spielt in der Verbreitung der Roten Pandas eine äußerst wichtige Rolle und wurde an fast 89% der Orte gefunden, in denen Hinweise zu Roten Pandas entdeckt wurden.“ (1)

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Ein Roter Panda verspeist Bambus. Foto: Red Pandazine


Credits/Quellenangabe

Bista D, Shrestha S, Sherpa P, Thapa GJ, Kokh M, Lama ST, et al. (2017) Distribution and habitat use of red panda in the Chitwan-Annapurna Landscape of Nepal. PLoS ONE12(10): e0178797. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0178797

Veröffentlich unter der Creative Commons BY 4.0  Lizenz


Mehr zum Thema

Die komplette Studie bietet noch mehr Infos zum Status des Roten Pandas in CHAL und ist bei PLOS one verfügbar.