Firefox Guardians: Film voller Liebe zu Roten Pandas

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Gunjan Menon studiert an der University of West of England in Bristol und möchte ihren Abschlussfilm über die Forest Guardians in Nepal drehen. Foto: Gunjan Menon

Die Forest Guardians des Red Panda Network nehmen beim Schutz der Roten Pandas in Nepal eine entscheidende Rolle ein. Diese speziell ausgebildeten Einheimischen helfen beim Monitoring und schärfen das Bewusstsein für die Roten Pandas in Nepals Bevölkerung. Laut Red Panda Network arbeiten derzeit 54 Forest Guardians in 35 sogenannten Community Forests.

Unterstützer gesucht

Filmstudentin Gunjan Menon will nun die Arbeit der Forest Guardians in ihrem Studienabschlussfilm dokumentieren. Gemeinsam mit dem Zweiten Kameramann Daryl Fernandes hat sie das Filmprojekt The Firefox Guardians ins Leben gerufen und dafür auch eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo gestartet.

Im Mittelpunkt ihrer etwa 10-minütigen Doku soll Menuka stehen – eine der wenigen Frauen unter den Forest Guardians – und deren Beziehung zu den Roten Pandas. „Es ist eine Liebesgeschichte“, verspricht Gunjan Menon auf ihrer Indiegogo-Seite, auf der das Projekt unterstützt werden kann.

Im Red Pandazine-Interview erklärt sie, aus welchem Grund ihre Entscheidung auf dieses Thema gefallen ist und warum sie Menuka als „Hauptfigur“ ausgewählt hat.

Red Pandazine: Seit wann sind Sie ein Roter Panda Fan – und warum?

Gunjan Menon: Meine Faszination für Rote Pandas hat etwas bizarr begonnen. Ich war ungefähr 16 Jahre alt, als Kung Fu Panda ins Kino kam und wir haben wie verrückt versucht, herauszufinden, auf welchem Tier „Master Shifu“ basiert. Der manische Tierliebhaber in mir konnte es nicht verkraften, dass ich nicht wusste, welches Tier zu dieser Figur inspirierte. Als ich dann von den Roten Pandas erfahren habe, gab es kein Zurück mehr! Wie kann man sich nicht in diese entzückenden Fellknäuel verlieben?

Wo und in welcher Region werden Sie „The Firefox Guardians“ drehen? 

Gunjan Menon: Ich werde mit dem Red Panda Network in verschiedenen Teilen Nepals drehen, überwiegend dort, wo die Forest Guardians arbeiten und die Population der Roten Pandas beobachten. Ebenso werde ich auch einige Öko-Touristen filmen, da diese einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Kleinen Pandas leisten.

Laut Ihrer Indiegogo Seite konzentriert sich Ihre Doku auf eine der wenigen Frauen unter den Forest Guardians, Menuka. Warum fiel Ihre Wahl auf sie? 

Gunjan Menon: Ich habe bei Recherchen einen Artikel über Menuka gelesen. Für mich war das sehr inspirierend, wie dieses junge Mädchen mit Stereotypen in ihrem Dorf gebrochen hat und gegen die Älteren in der Gemeinde ankämpfte, um als Beschützerin der Roten Pandas arbeiten zu können. Ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob ich ihre Geschichte in der kurzen Zeit erzählen könnte. Aber ich wusste, dass sie eine starke Figur im Film sein würde, die die Story vorantreibt und Menschen auf der ganzen Welt begeistern wird. Ich werde das jedenfalls aus einer ganz anderen Perspektive zeigen. Ich freue mich schon sehr, sie zu treffen und ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Geschichte mit der Welt zu teilen.

Werden Sie auch Rote Pandas in der freien Wildbahn filmen? 

Gunjan Menon: Nun, Sie wissen wahrscheinlich, dass es äußerst schwierig ist, einen Roten Panda in der Wildnis zu sehen, geschweige denn zu filmen. Für eine Filmsequenz braucht es verschiedene Aufnahmen in unterschiedlichen Einstellungen und das ist sehr schwierig zu bewerkstelligen, wenn man kaum einen Roten Panda zu Gesicht bekommt. Einige Dokumentationen wurden über Jahre hinweg gedreht, ich habe für meinen Studentenfilm nur wenige Wochen Zeit. Meine Hoffnungen, einen Roten Panda zu sehen, sind jedoch hoch und wir werden sehr hart daran arbeiten, Aufnahmen zu machen. Es ist erst sehr wenigen Leuten gelungen, die Roten Pandas in der Wildnis zu filmen und wenn ich das schaffen würde, wäre ich schon sehr, sehr begeistert. Ich habe außerdem noch nie einen Roten Panda in der Wildnis gesehen und ich weiß nicht, wie ich reagieren werde, wenn ich den ersten sehe. Schon durchs Reden darüber bekomme ich eine Gänsehaut.

„Wir werden diesen Film aber auch dazu nutzen,
Frauen zu ermutigen, ihren Träumen zu folgen. “
– Gunjan Menon

In einem Interview sagt Naturfilmer Dr. Axel Gebauer, dass der Rote Panda das am schwierigsten zu filmende Säugetier sei. Wie sehen Sie das?

Gunjan Menon: Er ist nicht der Einzige, der mir gesagt hat, dass es eine Herausforderung sein wird. Das ist meist auch die erste Reaktion, die ich bekomme, wenn ich den Leuten erzähle was ich vorhabe. Aber Dr. Axel Gebauer war sehr nett, er hat mir ein paar Tipps gegeben. Ich ließ mich auch von einigen Forschern und Filmemachern beraten, sodass ich in der Lage bin, das Beste aus den begrenzten Ressourcen herauszuholen.

Die Zahl der Roten Pandas in der Wildnis hat sich stark verringert, deshalb ist es besonders schwierig sie zu filmen. Aber genau aus diesem Grund muss der Film gemacht werden: damit wir etwas tun können, um die restlichen Roten Pandas zu retten. Dieser Film wird sicher ein hartes Stück Arbeit, aber ich bin fest dazu entschlossen ihn zu machen und habe ein gutes Gefühl dabei. Über die „praktischen“ Probleme kann ich erst vor Ort etwas sagen. Im Moment konzentriere ich mich aber viel mehr auf die menschliche Seite der Geschichte. Es ist wichtig, diese zu teilen, weil das Überleben der wilden Roten Pandas vom unermüdlichen Einsatz dieser Gemeinschaften und Organisationen abhängt. Es geht im Film um die ganz besondere Bindung an die Pandas und um die Einheimischen, die ihre Lebensart reformiert haben, um diese Tiere zu schützen. Das ist eine sehr inspirierende Geschichte, die man erzählen muss!

daryl fernandes

Der Zweite Kameramann Daryl Fernandes ist ein Spezialist für Aufnahmen unter schwierigen Lichtverhältnissen und mit der Steady Cam – beides Fertigkeiten, die für die Dreharbeiten zu „The Firefox Guardians“ wichtig sind. Foto: Privat

Wann soll bzw. wird der Film fertig sein?

Gunjan Menon: Dieser Film ist Teil meiner Abschlussarbeit für den MA „Wildlife Filmmaking“ an der University of the West of England in Bristol. Der Film wird im September fertig sein und zunächst in einem Kino in Bristol zusammen mit anderen Studentenfilmen Freunden, Familien und Profis aus dem Naturfilmbereich gezeigt. Danach werde ich den Film online veröffentlichen, da er helfen soll, den „Feuerfuchs“ ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Er soll so viele Menschen wie möglich erreichen.

Zusätzlich wird es auch eine interaktive Dokumentation geben, bei der die Zuseher in der Lage sein werden, aus mehreren Stories zu wählen. Damit wollen wir das Thema auch für ein jüngeres Publikum zugänglicher machen. Wir werden diesen Film aber auch dazu nutzen, Frauen zu ermutigen, ihren Träumen zu folgen. Wenn ein junges Mädchen wie Menuka es kann, trotz zahlreicher Hindernisse, warum sollten wir das nicht auch können?


Mehr zum Thema

The Firefox Guardians kann auf der offiziellen Indiegogo Seite unterstützt werden 

Neuigkeiten zum Film gibt es auf Twitter, Facebook und Instagram.

Das Red Panda Network hat mehr Informationen zu den Forest Guardians (in Englisch).