Luna und der Katzenbär: Mein schwieriger Freund Karlo

Foto: © cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Luna macht Bekanntschaft mit Karlo, dem Katzenbären. Foto: © cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Die kleine Luna hat mit einer großen Veränderung zu kämpfen. Ein Umzug, ein neuer Ort, ein noch fremdes Zuhause. Inmitten des Trubels geht dann noch ihr liebstes Kuscheltier verloren. Ja, auch zu einer Fünfjährigen kann das Leben gemein sein. Ein Rascheln in einem Umzugskarton reißt Luna aus den Gedanken. Zu ihrer Überraschung entdeckt sie  Karlo, einen Katzenbären, der wenig erfreut ist über den Eindringling.

Das Kinderbuch „Luna und der Katzenbär“ handelt von einer nicht ganz so einfachen Freundschaft – und hat als eines der wenigen Bücher einen Roten Panda zum Helden. Red Pandazine hat mit Autor Udo Weigelt über seine Beweggründe zu dieser Geschichte gesprochen.

Red Pandazine: Luna und der Katzenbär“ ist ein Kinderbuch, das u. a. vom Alleinsein handelt. War das die Motivation, einen Roten Panda – in der freien Wildbahn bekanntlich ein Einzelgänger – zu einer der Hauptfiguren zu machen?

Udo Weigelt: Das hat sich einfach gut getroffen. Der Katzenbär Karlo erlebt den Einzug der Familie natürlich schon als Einbruch in sein Revier und ist erst einmal wenig begeistert darüber. Er hat Angst, dass ihm jetzt alles weggenommen wird – Kinder kennen so etwas natürlich auch –, und Luna muss ihn davon überzeugen, dass es nicht so ist. Ihm wird bald klar, dass die Sache Vorteile für ihn hat; doch vor allem entdeckt er seine Zuneigung zu Luna, die es durch den Umzug mit allem, was er mit sich bringt, nicht so ganz leicht hat. Natürlich deshalb erfindet Karlo dann auch eine Gute-Nacht-Geschichte für sie, die Luna tröstet.

Foto: © cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Nanu, wer steckt denn hier im Glas? Und wo sind die ganzen Gummibärchen hin? Foto: © cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Red Pandazine: Lunas erste Begegnung mit Karlo wirft eine der grundsätzlichen Fragen zu Roten Pandas auf. Luna ist sich nicht sicher, ob sie eine Katze oder einen Bären vor sich hat. Wie weit hat das (noch recht spärlich) vorhandene Wissen zu Roten Pandas Ihre Geschichte beeinflusst?

Udo Weigelt: Sehr. Als ich den Katzenbären für mich entdeckte, dachte ich sofort, dass er eigentlich ein ideales Tier für ein Kinderbuch wäre. Ich war ziemlich überrascht, dass er in diesem Bereich kaum vertreten ist und nur so wenige den Katzenbär überhaupt kannten. Zuerst hatte ich das nur für eine Wissenslücke bei mir selber gehalten. Schließlich haben sich da zwei Dinge getroffen: Ich fand das Tier also sehr geeignet für ein Kinderbuch, und ich dachte außerdem, dass es dem realen – bedrohten – Tier und seiner Situation vielleicht auch zu Gute kommen könnte, wenn man versucht, es etwas bekannter zu machen.

Nachdem ich zum ersten Mal Katzenbären im Zoo gesehen habe, war ich sofort ein Fan – ich finde es ziemlich unmöglich, ihrem Charme zu widerstehen. – Udo Weigelt

Red Pandazine: Karlo Katzenbär und das Mädchen Luna haben ja kein einfaches Verhältnis zueinander. Wer oder was hat Sie zu dieser Geschichte bewogen? Gibt es ein reales Vorbild für Luna bzw. haben Sie auch die Verhaltensweisen der Roten Pandas inspiriert?

Udo Weigelt: Wenn man sich für ein Kinderbuch ein Tier auswählt, hat das natürlich immer einen bestimmten Hintergrund. Wir legen Tieren bestimmte Eigenschaften bei – die kluge Eule, der listige Fuchs usw. Beim Katzenbären hingegen bin ich noch ziemlich frei. Aber ich stellte ihn mir nicht nur friedliebend, sondern auch eigensinnig – oder auch kratzbürstig? – wie eine Katze und, natürlich, ein wenig anschmiegsam wie einen Teddy vor (obwohl das in der Realität eher weniger der Fall sein dürfte). Auf jeden Fall ist der Katzenbär aber ein Tier, das die Phantasie anregt.

Soweit es Luna betrifft, ist sie ein wenig wie meine Tochter in diesem Alter: Sie ist sehr zugewandt, einfallsreich und offen für das Neue: Es verblüfft sie nicht einmal, das Karlo sprechen kann; seine magische Seite wird von ihr ganz einfach akzeptiert. Und, so ganz nebenbei, ist Luna wie die meisten Kinder in diesem Alter durchaus clever, wenn sie etwas will. So zieht sie Karlo ja auch auf ihre Seite.

Red Pandazine: Haben Sie auch einen persönlichen Bezug zu Roten Pandas?

Udo Weigelt: Nachdem ich zum ersten Mal Katzenbären im Zoo gesehen habe, war ich sofort ein Fan – ich finde es ziemlich unmöglich, ihrem Charme zu widerstehen. Jetzt sind sie auch noch Teil meiner Arbeit, was angenehm ist und mich freut. Das reale Tier lasse ich aber natürlich auch nicht aus den Augen – und freue mich schon auf die Dokumentation im nächsten Jahr im TV. Je mehr ich über den Katzenbär erfahre, desto anregender für die Geschichten.

Foto: © cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Freunde fürs Leben? Luna und Karlo sind beide mit für sie komplett neuen Situationen konfrontiert.  Foto: © cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Red Pandazine: Entstanden die wunderschönen Illustrationen von Joëlle Tourlonias zeitgleich mit der Geschichte?

Udo Weigelt: Zuerst entsteht die Geschichte, danach geht sie in die Illustration. Ich bin immer gespannt, was ein anderer Kreativer aus meiner Vorlage macht. Hier war aber nicht die Frage, ob es auch gut wird – ich kenne Joëlle schon länger, arbeite mit ihr an den Niveamärchen und weiß, dass ihre Bilder hinreißend sind. So ist es auch diesmal. Und Joëlle hat sich, nebenbei gesagt, sehr über einen Katzenbären als Held der Geschichte gefreut. Das merkt man ihren Bildern auch an.

Red Pandazine: Von „Luna und der Katzenbär“ wurde bereits ein zweiter Band angekündigt, der im Juni erscheinen soll. Können Sie uns dazu schon ein paar Details verraten?

Udo Weigelt: Nach dem Umzug geht es jetzt natürlich ans Einrichten – für beide, Luna und Karlo, der ja auch noch nicht lange auf dem Grundstück lebt. Klar bringt das eine Menge Arbeit – und Spaß – mit sich. Aber auch eine erste Bewährungsprobe für ihre neu geschlossene Freundschaft. Ganz so leicht schließen Kinder ja nicht immer Freundschaft. Da gibt es durchaus Stolpersteine, die man überwinden muss. Ein paar Details mehr kann man auf meiner Homepage erfahren oder in der Vorankündigung des Verlags.

©cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Foto: ©cbj Verlag / Udo Weigelt, Joëlle Tourlonias: „Luna und der Katzenbär“

Das Buch „Luna und der Katzenbär“ ist bei cbj erschienen, hat 80 Seiten und ist hier erhältlich.


Udo Weigelt, Autor von "Luna und der Katzenbär". Foto © Random House/Isabelle GrubertÜber den Autor

Udo Weigelt ist gebürtiger Hamburger, studierte Germanistik und Geschichte in Hamburg und Kiel und hat inzwischen rund 50 Kinderbücher veröffentlicht. Mehr Infos zu seinen Büchern auf www.udoweigelt.com

 

Foto: © Random House/Isabelle Grubert

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