Warum Rote Pandas manchmal Fleisch essen

Roter Panda Ernährung Bambus

Egal ob in den Zoos oder in freier Wildbahn. Rote Pandas bevorzugen Bambus – aber mit Ausnahmen.
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Rote Pandas zählen zwar zu den Karnivoren, also den Fleischfressern, bestreiten aber in freier Wildbahn einen Großteil ihrer Ernährung mit Bambus und anderen Pflanzen.

Dies belegt auch eine Studie aus dem Jahr 2012, die im Dhorpatan Hunting Reserve im Osten Nepals durchgeführt wurde. Damals haben sich Forscher die Ernährungsgewohnheiten der Roten Pandas in den Monaten Juni und Juli analysiert. Ihr Ergebnis: Es dominiert eindeutig der Bambus der Sorte Arundinaria spp.

Rote Pandas und ihr Lieblingsbambus

Im vergangenen Jahr hat ein Forscherteam aus Nepal, Australien und Neuseeland untersucht, wie sich Rote Pandas in den Wintermonaten von November bis Februar ernähren. Dazu wurden im Dhorpatan Hunting Reserve 54 Stuhlproben sowie Exemplare der relevanten Pflanzenarten gesammelt und in einem Labor untersucht.

Proteine versus Kohlehydrate

Der Anteil von Arundinaria spp. an der Ernährung der Roten Pandas bleibt mit 82,1% (Winter) im Vergleich zu 81,7% (Frühsommer) recht konstant.

Allerdings zeigt sich im Frühsommer eine leichte Verschiebung zur Bambussorte Berberis spp., die einen höheren Proteinanteil aufweist. Gerade im Sommer, typischerweise die Zeit des Muskelaufbaus, aber auch der Reproduktion, benötigen Rote Pandas einen höheren Proteinanteil. Im Winter ist hingegen der Bedarf an Kohlehydraten höher, weswegen mehr vom kohlehydratreichen Arundinaria spp. konsumiert wird.

Der niedrigere Proteinanteil der Lieblingssorte Arundinaria spp. würde auch erklären, warum Rote Pandas manchmal Kleintiere fressen. Laut den Autoren sind diese eine „Ergänzung“ zum Bambus, um das optimale Nährstoffverhältnis zu erhalten.

Noch offene Fragen

Die Ergebnisse der Kurzstudie geben eine erste Orientierung, benötigen aber noch vertiefende Forschungsarbeiten. So war etwa eine Unterscheidung zwischen den Geschlechtern nicht möglich.

Rote Pandas in der Konfliktzone

Interessant ist auch der Konflikt zwischen Mensch und Tier, der sich im Dhorpatan Hunting Reserve besonders deutlich zeigt. Der Arundinaria spp. Bambus ist nicht nur der Lieblingsbambus der Roten Pandas, sondern eine Haupteinnahmequelle der einheimischen Bevölkerung.


Mehr zum Thema

Die Kurzstudie „Diet and nutrient balance of red panda in Nepal“ von Saroj Panthi, Sean C. P. Coogan, Achyut Aryal und David Raubenheimer ist erschienen im Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015